Heute Morgen wurde bei mir eine bemerkenswerte Anzahl von 17 Blutproben genommen, was den Beginn aufregender und intensiver Wochen markiert. Die Französin Sophie Adenot bereitet sich auf ihre bevorstehende Expedition zur Internationalen Raumstation (ISS) vor, die am 15. Februar unter dem Kommando der Dragon-Kapsel von SpaceX starten wird. Dieser Aufenthalt wird mehrere Monate dauern und sich ganz auf wissenschaftliche Errungenschaften, Abenteuer und umfassende Forschung konzentrieren.
Intensive Trainingsphasen
In einer Präsentation im Astronautenzentrum der Europäischen Weltraumorganisation in Köln äußerte Adenot ihre Vorfreude, in den Weltraum zu fliegen und ihrem persönlichen Vorbild, Claudie Haigneré, zu folgen, die 1996 als erste Französin ins All reiste. Auf die Frage, wie sie die Zeit vor dem Start verbringt, erklärte sie: „Es werden sehr lange und intensive Wochen sein. Die erste Woche besteht aus intensivem Training und vielen medizinischen Tests.
„Das Training umfasst auch sportliche Tests zur Messung meiner Muskelkraft, und das alles geschieht noch vor einer Pressekonferenz. Anschließend wird es zwei Wochen im Simulator der Crew Dragon geben, um verschiedene Szenarien vor dem Andocken an die ISS durchzuspielen“, fügte sie hinzu.
Trainingsorte und Zeitabläufe
Adenot präzisierte, dass das Training sowohl in Houston als auch in Cape Canaveral und bei SpaceX stattfinden wird und die Einheiten bis zu zwölf Stunden dauern können. Darauf folgt eine letzte Trainingswoche für Außenbord-Einsätze im Schwimmbad. Nach dem Abschluss der Trainingsmaßnahmen wird eine Quarantäne von 15 Tagen folgen, teils in Houston und teils am Startplatz in Cape Canaveral, um sicherzustellen, dass die Crew in bester Form ist.
Eine schnelle Vorbereitung
Obwohl es erst rund drei Jahre her ist, dass sie für den Flug ausgewählt wurde, war Adenot überrascht von der Schnelligkeit des Prozesses. „Man könnte hier wirklich von einer Rekordzeit für das Training vor einem ersten Start zur ISS sprechen. Seit meiner Nominierung im Jahr 2022 waren die letzten drei Jahre sehr intensiv.“ Sie erläuterte weiter, dass das Tempo der Qualifikationstests, Kurse und des Trainings sehr herausfordernd war. Jedes Mal, wenn man eine Hürde überwunden hatte, musste man sich auf die nächste vorbereiten.
Inspiration für nächste Generationen
Adenot betonte die Bedeutung inspirierender Vorbilder wie Claudie Haigneré, die sie auf ihrem Weg unterstützt haben. „Ich hoffe, dass ich zumindest einen Teil dieser Inspiration an junge Mädchen weitergeben kann, die sich fragen, ob sie in diesem Beruf Zukunft haben können“, sagte sie.
„Wenn diese Aussicht eine neue Generation dazu bringt, unseren Planeten zu schützen, dann hätte ich das Gefühl, etwas zu einem größeren Ziel beigetragen zu haben.“
Vorfreude auf den Weltraum
Auf die Frage, auf welchen Aspekt ihrer Mission sie sich am meisten freue, antwortete Adenot: „Die Entscheidung ist schwierig, da ich all dies noch nie erlebt habe. Ich bin mir sicher, dass ich von allen Augenblicken tief berührt sein werde.“ Sie erwähnte, dass sie besonders auf die Aussicht auf die Erde von oben gespannt ist, da sie die Schönheit und Zerbrechlichkeit des Planeten sieht, sowie die Möglichkeit, einen Außenbordeinsatz durchzuführen.
Der Mond als neuer Traum
Obwohl Adenot in einer faszinierenden Zeit der Raumfahrt einsteigt, in der unter anderem eine Rückkehr zum Mond geplant ist, konzentriert sie sich zunächst auf die nächste Etappe der ISS-Mission. Sie möchte Schritt für Schritt vorgehen und ihrem Glück nicht von unkontrollierbaren Faktoren abhängig machen.
Internationale Zusammenarbeit
Die Frage nach der politischen Lage und deren Einfluss auf die Raumfahrtprogramme stellte sich ebenfalls. Adenot unterstrich, dass die ISS in den letzten 25 Jahren sehr erfolgreich war, selbst in Krisenzeiten. „Wir haben gelernt, zusammenzuarbeiten – Russen, Amerikaner und Europäer – und trotz der Spannungen auf der Erde bedeutende Erfolge zu erzielen.“
Eine Botschaft an zukünftige Astronautinnen
Abschließend richtete Adenot eine Botschaft an kleine Mädchen, die davon träumen, Astronautin zu werden: „Geht Schritt für Schritt voran und bleibt dran, auch wenn der Weg lang erscheint. Es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht ins All reisen sollten oder Berufe in der Raumfahrt ergreifen könnten. 50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen, und es gibt viele Möglichkeiten, an diesem unglaublichen Abenteuer teilzunehmen.“
Die Französin Sophie Marie Laurence Adenot, geboren 1982, ist Ingenieurin, Pilotin und Astronautin. Sie ist Oberstleutnant der französischen Luftstreitkräfte und die erste Hubschrauber-Testpilotin Frankreichs. Ihre Mission zur Internationalen Raumstation steht im Februar an.









